Die Berufsfachschulen für Pflege werden im neuen Jahr zur Akademie²

Die neue generalistische Pflegeausbildung veränderte seit ihrem Inkrafttreten zum 1. Januar 2020 nicht nur die Ausbildungswege in die neu geschaffenen Berufe Pflegefachfrau und Pflegefachmann, sondern sie verändert in der Ortenau jetzt auch die Strukturen zu deren theoretischer Ausbildung.

Zum 1. Januar 2021 schließen sich das Oekumenische Institut für Pflegeberufe in der Ortenau gGmbH und das Institut für Gesundheitsfachberufe des Ortenau Klinikums zusammen zur „Akademie2 für Pflege und Gesundheit“. Dabei bleibt der Charakter einer Berufsfachschule für Pflege und auch der Status der gemeinnützigen GmbH erhalten. Die Geschäftsführung übernehmen Andreas Heck und Walter Anton, die beiden bisherigen Schulleiter. Sie folgen auf Franz Hahn, der weiterhin als Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums am Ortenau Klinikum tätig sein wird, und Eberhard Roth, der Vorstand des Paul Gerhardt Werks e.V. bleibt.

„Der Gesetzgeber strebte mit der generalistischen Pflegeausbildung ein Zusammenfinden der Berufsausbildungen Altenpflege, Kinderkrankenpflege sowie Gesundheits- und Krankenpflege an. Diese Dynamik nutzen wir, um in der Ortenau die Kräfte zu bündeln, um Menschen für die Pflege zu begeistern und sie auch fundiert auszubilden. Dabei werden nicht nur aus zwei Anbietern einer, sondern wir führen damit auch die drei Bildungszentren des Klinikums in Achern, Lahr und Offenburg unter ein Dach, wobei die Standorte erhalten bleiben“, erläutert Andreas Heck.

Seit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung nimmt die Zahl der Menschen, die sich in der Ortenau für diesen Beruf entscheiden, zu: „Wir sehen, dass der Gesetzgeber die richtigen Maßnahmen ergriffen hat, um die Attraktivität dieser relevanten Berufe zu steigern. Mit der Zusammenlegung bisheriger Bildungsträger für die theoretische Ausbildung tragen wir dazu bei, die Ausbildungsqualität weiter zu erhöhen und junge Menschen dafür zu interessieren“, so Walter Anton. Rund 1100 junge Menschen absolvierten pro Jahr bei den bisherigen Pflegeschulen eine Ausbildung, Weiterbildung oder Inhouse-Schulung bzw. legten Anerkennungsprüfungen für ausländische Bildungsabschlüsse ab.

Im Vorfeld der Akademie-Gründung wurden mehr als 80 Netzwerkpartner ins Boot geholt – darunter ambulante Pflegedienste, privat geführte Pflegeheime und Privatkliniken. Diese schicken ihre Auszubildenden zukünftig an die Akademie2: „Vor Gründung der Akademie2 bildete jeder selbst aus. Nun haben wir die Möglichkeit zur Rotation zwischen den Betrieben. Wer seine Ausbildung an einem Krankenhaus absolviert, kommt jetzt auch zu einem ambulanten Pflegedienst und wer in einer stationären Altenpflegeeinrichtung seinen Ausbildungsvertrag hat, sammelt auch Erfahrungen in einem Akutkrankenhaus“, erläutern die beiden neuen Geschäftsführer.

Für die Absolventen der Akademie2 bedeutet dies eine höhere Durchlässigkeit und damit mehr Möglichkeiten zu einer Karriere in der Pflege – während eines ausbildungsbegleitenden Studiums. Die generalistische Ausbildung ist in der Europäischen Union anerkannt und ermöglicht so auch ein problemloses Arbeiten im EU-Ausland.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok