02.12.2015 Erste Abschlussprüfung im Triple Win Projekt

Oekumenisches Institut für Pflegeberufe in der Ortenau gGmbH unterstützt die nachhaltige Gewinnung von Pflegefachkräften aus Drittstaaten.

Der aktuelle Fachkräftemangel in der Gesundheits- und Krankenpflege und in der Altenpflege ist in Deutschland fast flächendeckend sichtbar. Die Notlage bei der Gewinnung neuer Pflegekräfte ist in den Einrichtungen des Ortenaukreises bereits anzumerken. Bedingt durch den demographischen Wandel und den damit einhergehenden ansteigenden Personalbedarf in Pflegeeinrichtungen wird sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen.

Vor diesem Hintergrund ist das Oekumenische Institut für Pflegeberufe eine Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) eingegangen. Diese Kooperation umfasst die Durchführung des Triple Win Projektes in der Ortenau. Im Rahmen des ProjektesTriple Win übernimmt das Oekumenische Institut für Pflegeberufe die Vorbereitung der ausländischen Fachkräfte auf die Kenntnisprüfung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Die Vorbereitung umfasst die Begleitung der ausländischen Fachkräfte im Rahmen eines Vorbereitungslehrganges. Hierfür wurde in Abstimmung mit der GIZ und dem RP- Stuttgart ein Curriculum entworfen. Bei der Kenntnisprüfung, welche einen praktischen und einen mündlichen Teil umfasst, müssen die ausländischen Fachkräfte nachweisen, dass sie über die zur Ausübung des Berufs der Gesundheits- und Krankenpflege erforderliche Kompetenzen verfügen.

„Eine verantwortungsvolle Gewinnung motivierter und qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland kann dem anstehenden Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirken und gleichzeitig eine Chance für junge Menschen sein, den persönlichen und beruflichen Horizont zu erweitern und eine Zukunft in Deutschland aufzubauen“, berichtet Walter Anton (Schulleiter am Oekumenischen Institut für Pflegeberufe).

Herr Björn Gruber (GIZ, Projektleiter Triple Win, Migration und Entwicklung) erläutert, die Säulen der verantwortungsvollen und nachhaltigen Gewinnung von ausländischen Pflegefachkräften im Rahmen des Triple Win Projektes:

  • Kooperationen mit Partnerländern mit einer qualitativ hochwertigen Pflegeausbildung, die mit der deutschen Ausbildung vergleichbar ist (Serbien, Bosnien- Herzegowina, Philippinen, Tunesien)
  • Orientierung am Verhaltenskodex der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Verzicht auf Anwerbung von Fachkräften aus Ländern, die selbst eine Mangelsituation in der Pflege aufweisen
  • Unterstützung bei der Sprachqualifikation (Niveau B1- B2) bereits vor der Einreise im Herkunftsland
  • Unterstützung bei der beruflichen und gesellschaftlichen Integration in Deutschland (Behördengänge/ Freizeitgestaltung)

Mit dem ersten Vorbereitungslehrgang auf die Kenntnisprüfung im Rahmen des Triple Win- Projektes geht das Oekumenische Institut für Pflegeberufe einen innovativen Weg. Durch die Kooperation mit der GIZ wird neben der fachlichen Qualifizierung der Pflegekräfte aus dem Ausland auch der Prozess der gesellschaftlichen Integration unterstützt. Der erste Vorbereitungslehrgang und die anschließende Kenntnisprüfung wurden am 02.12.2015 von allen Kursteilnehmern erfolgreich absolviert und abgeschlossen.

Die Weiterführung der Kooperation zwischen dem Oekeumenischen Institut und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ist bereits beschlossen. Der Start für den zweiten Triple Win Kurs ist für März 2016 geplant, so Walter Anton (Oekum. Institut) und Björn Gruber (GIZ). Die ersten Pflegefachkräfte für den zweiten Kurs sind bereits nach Deutschland eingereist oder befinden sich noch im jeweiligen Herkunftsland in der Vorbereitungsphase.

Foto: Schulleiter Walter Anton, stellv. Pflegedienstleitungen Frau Metorn und Frau Cardinale (Median Kliniken), kaufmännischer Leiter Hans- Jürgen Sobotta (Median Kliniken) und Projektleiter Björn Gruber (GIZ) (nicht auf dem Photo) gratulieren den ersten Absolventen der Kenntnisprüfung: Miralem Kovac, Elvisa Skopljak, Damir Lozancic und Mirela Eric.

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